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Die Haushaltebefragung: Wie viele Einwohner hat Deutschland, wie sind sie ausgebildet und was arbeiten sie?

Mit der Haushaltebefragung wurden unter anderem Informationen gewonnen, die in keinem Register enthalten sind. Außerdem spielen ihre Ergebnisse eine wichtige Rolle bei der Ermittlung der amtlichen Einwohnerzahlen.

Ermittlung der Einwohnerzahlen

Die Haushaltebefragung dient zum einen der korrekten Ermittlung der Einwohnerzahlen in großen Gemeinden mit 10 000 und mehr Einwohnern. Denn dort sind die Melderegister durch häufige Umzüge nicht immer genau und reichen als alleinige Datenquelle für die Bestimmung der Einwohnerzahlen nicht aus. Mit Hilfe der Haushaltebefragung können sogenannte Karteileichen und Fehlbestände in den Melderegistern ermittelt und statistisch korrigiert werden.

Informationen zu Bildung und Erwerbstätigkeit

Mit der Haushaltebefragung, die als Stichprobenerhebung nur bei einem Teil der Bevölkerung durchgeführt wurde, konnten auch Merkmale erhoben werden, die in Deutschland nicht oder nicht ausreichend in Registern vorliegen. Hierzu gehören zum Beispiel Angaben zu Schul- und Berufsabschlüssen, zur Erwerbstätigkeit insbesondere von Selbstständigen, zur Religionszugehörigkeit und zum Migrationshintergrund. Darüber hinaus fordert die Europäische Union Angaben zur Erwerbstätigkeit nach der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Da diese Anforderung nicht allein mit den Angaben der Bundesagentur für Arbeit bedient werden kann, wurden diese Angaben im Rahmen der Haushaltebefragung erhoben.

Befragte wurden per Zufallsverfahren ausgewählt

Bei der Haushaltebefragung im Rahmen des Zensus 2011 wurden etwa 10 % der Bevölkerung, das sind insgesamt rund 7,9 Millionen Menschen, um Auskunft gebeten. Die Befragten wurden per mathematisch-statistischem Zufallsverfahren ausgewählt. Dabei wurden zunächst zufällig Anschriften ausgewählt. Anschließend wurden alle Personen, die am 9. Mai 2011 an diesen Anschriften gewohnt haben, von Interviewern befragt.

Da die Angaben nur bei einem Teil der Bevölkerung erfragt wurden, werden diese im Anschluss an die Befragung auf die gesamte Bevölkerung der jeweiligen Gemeinde hochgerechnet und bilden so eine verlässliche Datengrundlage sowohl für die Gemeinden als auch für die gesamte Bundesrepublik.

Wiederholungsbefragung

An 5 % der Anschriften, an denen die Haushaltebefragung durchgeführt worden war, wurden die Bewohnerinnen und Bewohner einige Wochen nach dem ersten Interview ein zweites Mal befragt. Diese Wiederholungsbefragung wurde von anderen Interviewerinnen und Interviewern und mit einem auf wenige Merkmale verkürzten Fragebogen durchgeführt. Sie fand nur in Gemeinden mit 10 000 oder mehr Einwohnern statt.

Solche Kontrollen von Befragungsergebnissen sind international üblich und erlauben eine Bewertung der Qualität der Ergebnisse aus der Haushaltebefragung hinsichtlich der ermittelten Einwohnerzahl.

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Zusatzinformationen

Infografik: Die Haushaltebefragung

Dieses Bild zeigt einen Ausschnitt der Infografik zur Haushaltebefragung beim Zensus 2011

Eine grafische Übersicht über den Umfang an Anschriften, die in den jeweiligen Bundesländern für die Haushaltebefragung ausgewählt werden.

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